Qwant: Neue Suchmaschine sammelt keine Nutzerdaten

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Die Enthüllungen Edward Snowdens um die Praktiken der NSA sowie die Zweifel ob der Datensammelleidenschaft von Google und der Sicherheit im Umgang mit persönlichen Daten lassen immer mehr User Ausschau halten nach Alternativen im Bereich Suchmaschinen und Websuche. Neben der amerikanischen Suchmaschine DuckDuckGo und dem niederländischen Ixquick Nachfolger Startpage, den ich in einem früheren Blogpost bereits vorgestellt habe, will nun mit Qwant eine neue alternative Suchmaschine in Deutschland Fuß fassen.

Quant Screenshot Startseite

Screenshot Startseite Qwant

Die französische Suchmaschine Qwant (www.quant.com) ist seit Frühjahr 2013 in Frankreich auf dem Markt und steht seit Dienstag auch deutschen User zur Verfügung. Qwant verspricht, weder Userdaten zu sammeln, noch Informationen zum Suchverhalten der Nutzer zu speichern. Eric Léandri, einer der Entwickler und Mitbegründer von Qwant äußerte dazu: “Wir sammeln absolut keine persönlichen Daten.“ Außerdem erklärte er, dass nur für die Dauer der aktuellen Sitzung ein Sitzungscookie gespeichert werde, das sofort nach Beendigung zuverlässig gelöscht würde. Ebenso werden keine IP-Adressen vorgehalten.

Qwant liefert neutrale Suchergebnisse

Anders als bei Google, das aufgrund der umfangreichen gespeicherten Informationen über jeden Nutzer individualisierte Suchergebnisse liefert, erhalten User bei Qwant zur selben Anfrage stets die gleichen, neutralen Ergebnisse.

Wer allerdings personalisierte Suchergebnisse wünscht, kann sich bei Qwant einen entsprechenden Account einrichten und sich dort einloggen. Qwant-Präsident Jean Manuel Rozan betonte ausdrücklich, dass die Server der Suchmaschine ausschließlich in Rechenzentren innerhalb der EU stehen und damit den Regelungen der europäischen Datenschutzrichtlinien entsprechen.

Suchergebnisse ungewöhnlich präsentiert

Auch bei der Präsentation der Suchergebnisse geht Qwant andere Wege als der Platzhirsch. Während Google SERPs in Listenform liefert, stellt Qwant die Ergebnisse parallel in verschiedenen Kategorien dar:

  • Web (Netz)
  • News (Nachrichten)
  • Qnowledge Graph
  • Social
  • Shopping (Einkaufen)

Neben den klassischen Ergebnissen der Websuche liefert Qwant also Informationen mit aktuellem Bezug sowie Erwähnungen in den sozialen Medien wie Facebook, Twitter, Google+ oder Pinterest. In der Rubrik Shopping erscheinen aktuelle Einkaufstipps. Horizontal im oberen Bereich finden sich zusätzlich Suchergebnisse in Bild- und Video-Dateien.

Qwant Screenshot Suchergebnis Urkraine

Screenshot Qwant: Suchergebnis Ukraine

Durch ein zusätzliches Eingabefeld über den Kategorien kann die Suche dann noch weiter präzisiert und eingegrenzt werden. Ein blättern zwischen den Ergebnisseiten entfällt, da die Liste mit den Treffern unbegrenzt nach unten gescrollt werden kann.

Qwant mit großen Ambitionen für die Zukunft

Jean Manuel Rozan erklärte bei der Vorstellung am Dienstag, dass mit der Entwicklung von Qwant, in die bisher rund 3,5 Millionen Euro geflossen sind, bereits 2011 begonnen worden sei. Weiter führte er aus, dass derzeit rund 8,8 Millionen User täglich die neue Suchmaschine nutzten und dabei zirka 507 Millionen Anfragen stellten. 60% seien sogar wiederkehrende Besucher, wobei momentan noch 65% aus Frankreich kämen. Dies dürfte sich aber bald ändern, denn die Macher von Qwant planen, noch in diesem Jahr mit speziell angepassten Versionen in 25 Ländern mit 15 verschiedenen Sprachen vertreten zu sein.

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